Das ABC der dB

21.11.19 / 09:32

Lärm ist gefährlich! Diese Kernbotschaft will der AUVA Lärmworkshop am Freitag, 22. November 2019 in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler verankern; denn was viele auf den ersten Blick mit Worten wie „eh klar“, „wissen wir doch schon“ abtun, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als trügerisch, weil man doch nicht so viel weiß, und weil man sich der Folgen doch zu wenig bewusst ist.

Ein „Naja, dafür gibt es doch Hörgeräte!“ kommt schnell als Gegenargument, auch weil die Werbung kristallklares Hören verspricht. Dass aber die Cilien, die die Schallwellen in elektrische Impulse um-wandeln, damit nicht nachwachsen, ist den meisten nicht klar gewesen. Eine langanhaltende hohe Belastung des Gehörs schädigt das Innenohr, lässt die Cilien in der Gehörschnecke absterben, und beginnend mit den hohen Tönen wird der Hörbereich dauerhaft immer weiter eingeschränkt. So wird man zum sozialen Außenseiter – denn wer will schon an einem Gespräch teilnehmen, von dem er/sie den Großteil nicht mehr versteht?

Die kurze Einwirkung einer hohen Belastung (Beispiel: Jagdgewehrschuss mit 140 dB) greift eher das Mittelohr (insbesondere Trommelfell und Gehörknöchelchen) an. Jäger sind mit Gehörschutz ausge-rüstet, ebenso Polizisten im Schießstand, im Einsatz ist keine Zeit für solche Vorkehrungen, was Kran-kenstände nach sich zieht. Lärm ist gefährlich. Lärm macht krank. Lärm führt zu Gehörschäden und Bluthochdruck. Lärm führt zu sozialer Isolation. Am Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ ist wohl doch mehr dran, als auf den ersten Blick scheint.

Wusstest du, dass…

  • die AUVA sich für den Arbeitnehmerschutz einsetzt? So hat die AUVA im Jahr 2017 allein 54.000 Unfälle von Schülerinnen und Schülern und Studentinnen und Studenten verzeichnet.
  • eine Lärmzunahme von 3 dB einer Verdoppelung des Lärms entspricht (exponentieller An-stieg)? 68 dB sind somit schon doppelt so laut wie 65 dB.
  • ein normales Gespräch 65-70 dB laut ist; ein kalifornisches Tomatenfeld 50 dB aufweist (Quelle: Guiness Buch der Rekorde); und eine startende Rakete 180 dB schafft?
  • Neugeborene Geräusche ab 0 dB wahrnehmen können (unverbrauchtes Gehör), Erwachsene erst ab 10-20 dB etwas hören?
  • bei einer 8-stündigen Belastung mit 85 dB das Ohr 16 Stunden Pause/Ruhe benötigt? Einer Dis-colautstärke von 100 dB sollte man sogar nur max. 15 Minuten ausgesetzt sein – mit einer da-rauffolgenden Pause von 23 Stunden 45 Minuten.
  • das Verwenden eines Gehörschutzes geübt sein will, denn ein Knick im Gehörgang erschwert das Einführen von Gehörstoppeln?1
  • junge Menschen (Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene) aufgrund der Dauerbelastung durch Kopfhörer sich selbst damit einer extremen Gefahr aussetzen?